Die vierte Bauphase hatte in großen Linien den Stil des Baukomplexes geprägt, wie er sich heute noch präsentiert. Aus der vierten Bauphase datieren nicht nur etwa drei Viertel des Herrenhauses, sondern auch das Torgebäude mit einer neuen Brücke, der linkeFrontturm, der Ostflügel und der daran angrenzende große viereckige Turm, der eine Spitze
in dem dieser Zeit gemäßen Stil erhielt, und schließlich der Säulengang. Auch die Nebengebäude, die Pächterwohnung, die Kutschenhäuser, Stallungen, Scheunen und Torhäuser sowie zwei Brücken über die Grachten wurden gebaut. Der Architekt dieser Bauphase war Maître Matthieu Dousin.
Historische Forschungen haben ergeben, dass mit dem Bau 1640 begonnen worden ist. Bevor man das Herrenhaus in Angriff nehmen konnte, musste das im Weg stehende Gebäude abgerissen werden, der alte Bau füllte nämlich 1643 noch den gesamten Innenplatz aus. Im Zusammenhang mit dem Abbruch stehende Zahlungen wurden im März und Anfang Juni 1663 getätigt, sodass man zu dem Schluss kommen kann, dass damals der Abbruch stattgefunden hat. Mit dem eigentlichen Bau des Herrenhauses wurde am 8. Juni 1643 begonnen. Die Arbeiten waren 1656 abgeschlossen.
Im Gegensatz zu den anderen Bauphasen kann die vierte Bauphase exakt datiert werden. Herr Adriaan van Hoensbroek, von 1631-1675 als solcher im Amt tätig, gab den Auftrag zu diesem majestätischen Bau. Adriaan war durch das Erbe seiner Mutter in den Besitz ausgedehnter Güter um die kleine Stadt Geldern herum gelangt und hatte Erbrechte auf hohe Funktionen erworben, die ihn in die Lage versetzten, seinen Stammsitz Schloss Hoensbroek zu vergrößern und zu verschönern. Der Familiensitz befand sich auf Schloss Haag, und dort wohnte Adriaan auch. Die Entscheidung, Schloss Hoensbroek auszubauen, war nicht darauf zurückzuführen, dass Adriaan hier seinen Wohnsitz nehmen wollte, es war viel mehr als eine ‘Mode‘ zu sehen. Im Verlaufe des 17. Jahrhunderts waren auch besonders rege Bauaktivitäten anderer Schlossherren zu verzeichnen, ohne dass dazu eine Notwendigkeit bestanden hätte.
Eingangsflügel, der linke Frontturm, der linke Flügel und der hintere Flügel bilden gemeinsam ein gutes Beispiel für eine Symbiose der niederrheinischen und maasländischen Bautraditionen im 17. Jahrhundert. Das aus Backsteinen hochgezogenen Mauerwerk bieten auf der den Feldern zugewandten Seite eine schlichte Architektur. Der unterste Abschnitt des Mauerwerks, am Fuße vollständig aus Mergel und auslaufend in einer Sockelleiste aus Kunrader Stein, fällt stark ab. Der Naturstein ist darüber hinaus relativ sparsam eingesetzt worden. In erster Linie besteht das Gebäude aus Mergelblöcken, in Kunrader Stein ausgeführten Rahmen aus Schießscharten und Gucklöchern, unterbrochenen Rahmen aus demselben Material der rechteckigen Fenster und Zwischenfensterstürzen sowie dem unterbrochenen Kreuzrahmen aus Namener Stein über der Einfahrt.
Der Innenplatz präsentiert sich in einer Architektur des üppigeren maasländischen Stils. Die Mauern sind mit horizontal verlaufenden Bändern aus Namener Stein verziert, die Enden im eichenen Hauptrahmen mit Konsolen und rhombischen Ornamenten aus Mergel. Die flache überdachte Galerie gegenüber der Einfahrt besitzt unterbrochene Segmentbögen auf toskanischen Säulen aus Namener Stein, der linke Flügel ist vom Innenplatz aus über ein Rundbogentor in Pilasterrahmen zugänglich.
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